Sturm feiert Erfolg

Cup-Schmerz bei Salzburg: "Es tut weh"

Meister nach verpasstem fünften Double in Folge aber fairer Verlierer: 'Waren nicht gut genug.'

Red Bull Salzburg muss sich 2018 mit dem Fußball-Meistertitel begnügen. Sturm Graz machte den Mozartstädtern am Mittwoch im ÖFB-Cup-Finale in Klagenfurt mit einem völlig verdienten 1:0-Erfolg nach Verlängerung das fünfte Double in Folge zunichte. Im Salzburg-Lager war die Enttäuschung über die verpasste Chance, neuerlich Geschichte zu schreiben, daher groß.
 

Fairer Verlierer

"Im Moment ist es bitter, wir sind sehr enttäuscht, es tut ein paar Tage sicher weh", sagte Salzburg-Trainer Marco Rose. Und ein zerknirschter Rechtsverteidiger Stefan Lainer ergänzte: "Der Schmerz sitzt tief." Der Serienmeister gab sich aber als fairer Verlierer. "Es war ein Cupfight, bei dem um jeden Zentimeter gekämpft wurde. Wir haben sicher schon bessere Spiele gemacht, Sturm hat sich diesen Sieg verdient", analysierte Rose. Das sah auch Abwehrspieler Duje Caleta-Car so: "Wir waren nicht gut genug."
 
Den Sieg fixierte der Ex-Salzburger Stefan Hierländer erst in der 112. Minute bei der einzigen Topchance in der Verlängerung. Zuvor hatte Salzburgs Cup-Goalie Cican Stankovic sein Team mit guten Paraden im Spiel gehalten. Aufgrund der enormen Dreifachbelastung spielte die zusätzliche Spielzeit den "Bullen" natürlich nicht in die Karten. Als Ausrede wollten sie das nicht hernehmen.
 
"Sturm hat den Sieg mehr gewollt. Wir spüren natürlich die vielen Spiele, aber an dem ist es nicht gelegen", sagte Lainer. Das 30. Cupspiel in Folge ohne Niederlage blieb seinem Team verwehrt. "Irgendwann muss so eine Serie auch einmal reißen", schätzte der in der 71. Minute ausgeschlossene Abwehrchef Andre Ramalho die Situation realistisch ein.
 
 

Überragende Saison

Nach neun Titeln in Folge durfte endlich wieder ein anderes österreichisches Team am Ende über einen nationalen Erfolg jubeln. "Es ist Leistungssport. Wenn man große Ziele hat, und wir sind ein Verein, der klar und deutlich sagt, was er will, dann muss man auch damit rechnen, einmal Ziele zu verpassen", sprach Rose Klartext.
 
Was für die Salzburger bleibt, ist trotzdem eine überragende Saison, in der es als Krönung auch gelang, ins Europa-League-Halbfinale vorzustoßen. "Wenn man sieht, wie wir uns insgesamt entwickelt haben und was wir in Europa abgezogen haben, das war sicher außergewöhnlich. In ein paar Tagen werden wir uns sehr über unsere Saison freuen", verlautete der Deutsche. Das unterstrich auch Ramalho: "Die Niederlage wird unsere Saison nicht schmälern."
 

Zielsetzung für 2019

An der Zielsetzung für 2019 wird der verpasste Cup-Triumph, die erste Niederlage im sechsten Finalanlauf, nichts ändern. Aufgrund des Budgetvorteils gegenüber dem Rest der Liga ist jedes Jahr alles andere als das "Bullen-Double" eine Überraschung. "Wir werden die Sache aus den Köpfen kriegen, stark zurückkommen und nächstes Jahr wieder angreifen", schilderte Rose.
 
Das würde bedeuten, dass der 41-Jährige dem Ligakrösus erhalten bleibt. Angesprochen auf neuerliche Spekulationen über einen Wechsel in die deutsche Bundesliga wirkte er schon etwas gereizt. "Salzburg ist mein erster Ansprechpartner", betonte Rose einmal mehr.
 

Rose dementierte Gespräch mit Groß

Ein kolportiertes Gespräch mit Leipzigs Berater Helmut Groß verwies er ins Reich der Fabeln. "Ich schätze Helmut Groß sehr, weil er sehr viel über Fußball weiß, ich habe aber das letzte Mal mit ihm vor neun Monaten gesprochen. Mehr muss ich zu dem ganzen Thema und der Qualität der Diskussion gar nicht sagen", erläuterte Rose.
 
Die Zukunft wird zeigen, wohin sein Weg führt. Vor Saisonende stehen für den Meister noch drei Spiele auf dem Programm, darunter am Sonntag der Schlager bei Rapid. "Wir wollen jetzt die restlichen Spiele noch gewinnen", gab Caleta-Car die Marschroute vor. Als Belohnung würde es einen neuen Bundesliga-Punkterekord geben.

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