Augsburg-Star

Gregoritsch: Stürmer oder Spielmacher?

Michael Gregoritsch will seinen tollen Herbst bestätigen.

Er ist einer der größten Aufsteiger des Herbstes. ÖFB-Teamspieler Michael Gregoritsch hat sich in der deutschen Fußball-Bundesliga in den Vordergrund gespielt. Acht Saisontore hat der Offensivmann in seiner ersten Saison für den FC Augsburg bereits auf dem Konto. Nur fünf Spieler der Liga waren erfolgreicher. Dabei geht es dem gelernten Stürmer längst nicht nur ums Toreschießen.

"Die Defensivarbeit ist das Größte, wo ich mich verbessert habe", sagte Gregoritsch über sein erstes Halbjahr in Augsburg. Der 23-Jährige erntet dafür auch großes Lob von seinem Trainer. "Seine Arbeit gegen den Ball ist viel ausgeprägter, die Intensität viel ausgeprägter", meinte Augsburg-Coach Manuel Baum. "Was er mit dem Ball kann, wissen wir eh alle. Was er gegen den Ball kann, hat er vielleicht selbst noch nicht gewusst."

Statt im Sturm spielt Gregoritsch in Augsburg vorrangig auf der Spielmacher-Position hinter Solospitze Alfred Finnbogason. "Im Moment fühle ich mich auf der Zehn sehr wohl", erklärte der Steirer. Die Neun, wie sie in Deutschland heißt, sei aber auch kein Problem. "Da bin ich weiter vorne und eher mit dem Rücken zum Tor. Sonst gibt es keinen gravierenden Unterschied."

Das deutsche Fachmagazin "kicker" stufte Gregoritsch zuletzt als zweitbesten offensiven Mittelfeldspieler der Liga ein - hinter Landsmann Marcel Sabitzer von RB Leipzig. In der ÖFB-Auswahl könnten beide verschiedene Aufgaben in der Offensive übernehmen, wollte sich Neo-Teamchef Franco Foda zuletzt nicht auf eine Idealposition festlegen. Baum jedenfalls sieht Gregoritsch eher in der Gestalterrolle.

Neben seinen acht Toren hat Gregoritsch im Herbst auch fünf Assists geleistet. Mehr Scorerpunkte als seine 13 gelangen in der Liga bisher nur Pierre-Emerick Aubameyang (Dortmund/18), Robert Lewandowski (Bayern München/17) und Finnbogason (14). Weil sein isländischer Clubkollege den Frühjahrsauftakt gegen den Hamburger SV verpasst, könnte Gregoritisch am Samstag (15.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club aber wieder als Mittelstürmer aushelfen müssen.

Es sei ein besonderes Spiel, bestätigte Gregoritsch. Zehn Ligatore hatte er in den vergangenen beiden Saisonen für den HSV erzielt, ehe es im Sommer für kolportierte 5,5 Mio. Euro nach Augsburg ging. "Wenn wir mit drei Punkten reinstarten, wäre das schon ein wichtiger Schritt, weil es den Druck ein bisschen rausnimmt", meinte Gregoritsch.

"Gregerl" will Herbst bestätigen

Die Augsburger liegen zur Ligahalbzeit mit 24 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. "Ich versuche einfach, die Hinrunde zu bestätigen - mit der Mannschaft gemeinsam", umriss Gregoritsch seine Ziele für das Frühjahr. "Ob das Tore oder Assists sind, ist mir dann wurscht. Ich würde gerne wieder 24 Punkte erreichen oder mehr."

Warum es in den vergangenen Wochen so gut für ihn gelaufen ist, konnte der Sohn von Österreichs U21-Teamchef Werner Gregoritsch selbst nicht so ganz erklären. "Ich fühle mich sehr wohl hier in Augsburg. In manchen Spielen trifft man, in anderen nicht", sagte der Shooting-Star. "Ich fühle mich sehr viel fitter, weil ich sehr viele Spiele gemacht habe. Und das Selbstvertrauen ist natürlich da."

Dementsprechend begrüßte Gregoritsch sogar die in diesem Jahr besonders kurze Winterpause. "Es ist schön, dass es wieder losgeht. Ich bin nicht so ein Fan von der Vorbereitung", erklärte der 1,93-Meter-Mann. "Mir macht es auf dem Platz mehr Spaß, als im Wald irgendwo herumzulaufen. Es war wirklich eine schöne, kurze Vorbereitung." Die Akkus seien aufgeladen.

Im Frühjahr will Gregoritsch auch im ÖFB-Team angreifen. Dort hat er es bisher auf fünf Kurzeinsätze ohne Tor gebracht, stand aber noch nie in der Startformation. Bei der Foda-Premiere im November gegen Uruguay (2:1) musste er wegen Sprunggelenksproblemen passen. Eine neue Chance könnte Gregoritsch im März in den Testspielen gegen Slowenien (23. März in Klagenfurt) und Luxemburg (27. März in Luxemburg) erhalten.

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