Riesen-Wirbel

TV-Aufreger: Köln fühlt sich betrogen

Trotz Videobeweis: Umstrittener Elfer in Mainz entscheidet Partie gegen Köln.

Der 1. FC Köln befindet sich in der deutschen Fußball-Bundesliga weiter in der Krise. Nach der 0:1-Niederlage am Samstag in Mainz hält der Club von Trainer Peter Stöger nach zwölf Runden nur bei zwei Punkten - so schlecht ist in der Liga noch kein Verein gestartet. Zu allem Überfluss verlor man in Mainz auch noch aufgrund einer Elfmeter-Fehlentscheidung.

Trotz der Misserfolgsserie gab es für Stöger Rückendeckung. Für Dominic Maroh ist der 51-jährige Österreicher, der die Mannschaft seit 2013 betreut, die "ärmste Sau". "Der macht alles akribisch und wir schaffen es einfach nicht, auf dem Platz Tore zu schießen", sagte der Innenverteidiger.

Stöger schloss einen freiwilligen Rücktritt einmal mehr aus und ärgerte sich stattdessen. "Gefühlt nicht das erste Mal" hätten seine Profis den Eindruck, trotz Videobeweis klar benachteiligt worden zu sein. "Ich glaube, das hat jeder gesehen. Für uns ist es bitter, richtig bitter", sagte der Wiener.

TV-Beweis sorgt für Diskussionen
Wieder einmal waren es der Schiedsrichter und sein Video-Assistent, die entscheidend eingriffen. Der Mainzer Pablo De Blasis kam - verfolgt von den Kölnern Konstantin Rausch und Frederik Sörensen - im Strafraum zu Fall. Der Unparteiische Felix Brych zeigte auf den Punkt und wurde nach Rücksprache mit Tobias Welz am Fernseher in Köln bestätigt.

Daniel Brosinski, ein Ex-Kölner, verwandelte in der 44. Minute. "Klare Schwalbe", sagte Rausch. Selbst der Mainzer Coach Sandro Schwarz konnte nicht widersprechen. De Blasis wehrte sich jedoch: "Es war keine Schwalbe. Ich lasse mich nicht einfach fallen. Elfmeter hätte ich aber auch nicht gegeben."

Brych gestand seinen Fehlpfiff. "Auf dem Platz war es für mich ein klarer Elfmeter." Nach Betrachtung der TV-Bilder sagte Brych jedoch: "Ich kann keinen Kontakt erkennen." Die Chance, selbst die Szene in der Arena in Augenschein zu nehmen, nutzte der Referee nicht. Daneben lag Brych auch mit der Roten Karte gegen FSV-Abwehrmann Giulio Donati wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Leonardo Bittencourt (71.).

Von ausgleichender Gerechtigkeit konnte keine Rede sein, vielmehr erhielten die Diskussionen um den umstrittenen Videobeweis neuen Stoff, zwei klare Fehlentscheidungen sorgten für jede Menge Frust. Weil es auch beim Spiel Hertha gegen Mönchengladbach (2:4) Unmut wegen einer diskutablen Elfmeter-Entscheidung des Video-Referees gab, dürfte die Dauer-Debatte um das Experiment weitergehen.

Posten Sie Ihre Meinung