Klartext

Arnautovic: Wutrede nach Georgien-Remis

Koller-Zukunft und geplatzter WM-Traum: ÖFB-Star spricht Klartext.

Es war eine unausweichliche Frage nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Georgen: Wie geht's mit Marcel Koller weiter? Der Teamchef gab sich erneut vage, wollte keine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen. ÖFB-Präsident Leo Windtner wies auf bevorstehende Gespräche hin und betonte, dass man sich "umsehen muss".

Einer hielt von den Diskussionen gar nichts: Marko Arnautovic. "Das Thema könnt ihr abhaken", fiel er einem Journalisten in der Mixed Zone ins Wort. "Wenn ich lese oder höre 'Koller muss weg' oder 'Koller raus' kriege ich so einen Hals. Das geht einfach nicht. Jeder Spieler will, dass er bleibt."

Der Rekordeinkauf von West Ham United gab sich selbstkritisch. "Koller ist seit sechs Jahren hier, er hat viel aus dieser Mannschaft gemacht, er hat einiges geschafft. Jetzt läuft es gerade nicht rund. Aber wir sind die, die am Platz stehen. Wir sind das", sagt der 28-Jährige: "Wir sind schuld, dass wir nicht gewinnen. Der Coach hat sich großen Respekt verdient."

"Es kommt alles zusammen"

Unter Koller qualifizierte sich das Nationalteam für die EM 2016. Dem Gruppen-Aus folgte eine frustrierende WM-Qualifikation. Der Traum von Russland ist geplatzt. Sehr zu "Arnies" Leidwesen: „Es kommt einfach alles zusammen in dieser Qualifikation. In mir geht gar nichts mehr vor. Ich verstehe es einfach nicht."

Wenngleich lediglich neun Punkte zu Buche stehen, sei man in den acht Partien nie das schlechtere Team gewesen, glaubt er: "Es will einfach gerade nicht. Es will nicht bei mir. Es will nicht beim Janko. Es will nicht beim Harnik. Es will nicht beim David. Es will einfach bei keinem."

Er fordert: "Wenn wir Pech haben und nichts geht, müssen wir das Glück erarbeiten. Da musst du Charakter zeigen, musst du zeigen, dass du mental stark bist. Es bringt nichts zu sagen, dass alles vorbei. Ich gehe jetzt nicht nach Hause und halte mir den Kopf - nein. Es geht weiter. Immer weiter."

Posten Sie Ihre Meinung