Nach Trennung

Stuchlik: Schwere Vorwürfe gegen den ÖFB

ÖFB trennt sich vom Schiri-Manager, schweigt jedoch zu den Gründen.

"In beiderseitigem Einvernehmen", das teilte der ÖFB am Donnerstag mit, wurde das Dienstverhältnis mit Fritz Stuchlik aufgelöst. Mit dem Mann, der einst mit zwölf Gelben Karten und einer Gelb-Roten Bundesliga-Geschichte schrieb. Mit dem Mann, der von 1994 bis 2009 als FIFA-Referee pfiff, später zum Schiri-Manager in Österreich wurde.

Bis zuletzt war er einer der wichtigsten Entscheidungsträger, obwohl es immer wieder Kritik am "System Stuchlik" gab. Entsprechend war die Trennung ein Knalleffekt - und lässt viel Raum für Spekulationen. Zumal der ÖFB keine weiteren Angaben machte.

Die Interessensgemeinschaft der heimischen Unparteiischen, die IG Referee, erhebt schwere Vorwürfe: "Bekannt ist: Unmittelbar nach seinem letzten Auslandseinsatz als Beobachter hat das intransparente System einseitiger Machtkonzentration Schiffbruch erlitten. Die ÖFB-Schiedsrichterkommission trägt die volle Verantwortung hierfür und ist aufgefordert, eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse zu garantieren."

Der ÖFB sei jederzeit über die "Fehlentwicklungen informiert" gewesen, blieb jedoch untätig: "Die Duldung von Missständen ist als unprofessionell und unverantwortlich einzustufen."

Die Presseaussendung im Wortlaut

ÖFB war über Fehlentwicklungen im SR-Bereich informiert und blieb untätig: Die Duldung von Missständen ist als unprofessionell und unverantwortlich einzustufen.

Die knappe Presseaussendung des ÖFB wird der tatsächlichen Aufklärung der Causa nicht gerecht. Seit der Veröffentlichung des offenen Briefes von Harald Ruiss 2012 hat die IG Referee laufend Missstände und Fehlentwicklungen im ÖFB-Schiedsrichterwesen aufgezeigt und den ÖFB wiederholt darüber in Kenntnis gesetzt. Der Verband hat sachliche Kritik stets abgeschmettert und vor absehbaren Fehlentwicklungen die Augen verschlossen, er hat die Autoritätsanmaßung, Selbstinszenierung und übersteigerte persönliche Positionierung in Form von Ämterkumulation des ehemaligen Elite-Managers nicht kritisch genug beleuchtet und blieb zu lange untätig – das war ein schwerwiegender Fehler und ist seinen anvertrauten Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern gegenüber als unprofessionell und unverantwortlich einzustufen.

ÖFB bleibt Gründe für Abgang schuldig. Verband trägt Verantwortung und ist gefordert, für lückenlose Aufklärung zu sorgen.

Der ÖFB verschweigt die tatsächlichen Hintergründe der Auflösung des Dienstvertrages und lässt damit Spekulationen über Stuchliks Abgang offen. Bekannt ist: Unmittelbar nach seinem letzten Auslandseinsatz als Beobachter hat das intransparente System der einseitigen Machtkonzentration Schiffbruch erlitten. Die ÖFB-Schiedsrichterkommission trägt die volle Verantwortung hierfür und ist aufgefordert, eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse zu garantieren. Ihre Führung muss sich eingestehen, dass die IG Referee mit ihrer Haltung gegenüber "Fritz Stuchliks System" richtig lag.

Kurskorrektur und Neuaufstellung vonnöten

Die Schiedsrichterkommission hat sich neu aufzustellen und zu lernen, Kritik nicht als Angriff auf ihre Institution zu sehen, sondern auch Chance zur Weiterentwicklung.

In Anbetracht der aktuellen Vorkommnisse appellieren wir an den ÖFB, die ausständige Kursänderung ehrlich, spürbar und vor allem konsequent vorzunehmen. Unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, deren Aufgaben auf dem Spielfeld immer komplexer werden, verdienen nicht nur einen neuen Stil an Professionalität, sie sollen künftig einen angemessenen, menschlich einwandfreien Umgang seitens der Schiedsrichterführung und ihres neu zu besetzenden Managers erwarten dürfen.

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