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Österreich - Georgien: 1:1

Peinlich: ÖFB-Elf nur 1:1 gegen Georgien

Österreich erreicht gegen Georgien daheim nur ein 1:1.

Die ohnehin schon minimale Chance von Österreichs Fußball-Nationalmannschaft auf die Teilnahme an der Fußball-WM ist am Dienstag noch einmal kleiner geworden. Die ÖFB-Auswahl erreichte am Dienstag im Wiener Happel-Stadion gegen Georgien nur ein 1:1 und hat als Vierter der Gruppe D zwei Runden vor Schluss fünf Punkte Rückstand auf den Zweiten Wales. Auf den Dritten Irland fehlen vier Zähler.

Ganz Österreich diskutiert jetzt: Soll Marcel ­Koller Teamchef bleiben? Fakt ist: Sein Vertrag läuft mit Jahresende aus. Durch die de facto verpasste WM-Qualifikation wird er sich auch nicht automatisch ver­längern. Präsident Leo Windtner will Koller gemeinsam mit Sportdirektor Willibald Ruttensteiner noch vor den nächsten Länderspielen im Oktober zum klärenden Gespräch bitten.

Valerian Gvilia hatte die Gäste in der 8. Minute in Führung gebracht, der für den verletzten David Alaba eingewechselte Louis Schaub sorgte in der 43. Minute für den Ausgleich. Die letzten Partien steigen am 6. Oktober daheim gegen Spitzenreiter Serbien und am 9. Oktober in Chisinau gegen die Republik Moldau. Ob Teamchef Marcel Koller in diesen Partien noch auf der Bank sitzt, ist offen.

Alaba & Co wollen Koller-Verbleib
Im Vorfeld der Partie hatten die ÖFB-Internationalen ihre Unterstützung für Koller betont - auf dem Platz war davon zunächst wenig bis gar nichts zu sehen. Vielleicht lag es aber auch an der Enttäuschung vom 0:1 am Samstag in Wales, dass die Österreicher vor nur 13.400 Zuschauern von Beginn an ideenlos um den Strafraum der Gäste herumkombinierten.

Die Georgier standen tief, wurden auch nicht via Pressing unter Druck gesetzt und konzentrierten sich auf Konter. Diese Taktik sollte bereits in der 8. Minute belohnt werden. Nachdem Julian Baumgartlinger einen wohl für einen anderen ÖFB-Kicker gedachten Pass von Kevin Danso nicht unter Kontrolle gebracht hatte, legte Jano Ananidze für Gvilia ab, der Danso ins Leere grätschen ließ und den Ball per Flachschuss ins lange Eck schob.

Die Hausherren brauchten einige Minuten, um sich vom Schock zu erholen, kamen dann aber doch zur einen oder anderen Gelegenheit. In der 18. Minuten landete ein Kopfball von Martin Harnik nach Flanke von Florian Kainz an der Latte, wenige Sekunden später flog ein Weitschuss von Florian Grillitsch über das Tor. Marko Arnautovic zielte in der 32. Minute nach einem Solo ebenfalls daneben.

Joker Schaub trifft zum Ausgleich
Sechs Minuten später musste der bis dahin enttäuschende David Alaba wegen einer Knöchelverletzung ausgetauscht werden, und mit dessen Ersatzmann Schaub kam kurzfristig mehr Schwung ins Spiel der Österreicher. In der 42. Minute scheiterte der ins Zentrum gerückte Kainz noch aus wenigen Metern am georgischen Goalie Giorgi Makaridze, eine Minute danach schlug der Werder-Legionär eine Flanke auf Moritz Bauer, der Debütant setzte per Kopf Harnik ein, dessen Schuss aus kurzer Distanz von Makaridze abgewehrt wurde. Schaub stand aber goldrichtig und staubte zum 1:1 ab.

Auch die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte klar dem ÖFB-Team. Vor allem über Arnautovic wurde es immer wieder gefährlich - so ging ein Schlenzer des West-Ham-Profis in der 50. Minute nur relativ knapp am Tor vorbei. Mit Fortdauer der Partie ließ der Druck jedoch wieder nach.

Georgien fand besser ins Spiel, wirklich brenzlig wurde es vor dem ÖFB-Gehäuse aber nie - mit Ausnahme der 77. Minute, als ÖFB-Keeper Heinz Lindner einen Schuss von Valeri Qazaishvili parierte. Die Österreicher konnten nicht mehr zusetzen, um aus einer theoretischen eine in Ansätzen realistische WM-Chance zu machen. Mit Ausnahme eines Danso-Kopfballs neben das Tor in Folge eines Kainz-Eckballs wurden keine Chancen mehr herausgespielt.

Meinungen zu Österreich gegen Georgien:
Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Wir haben auch heute einen individuellen Fehler gemacht, der dann gleich zum Gegentor geführt hat. Das hat sich durch die Quali ein bisschen durchgezogen. Wir haben sechs gute Möglichkeiten in der Offensive und schießen nur ein Tor, das ist auch ein Spiegelbild der Qualifikation, dass wir zu wenig Tore schießen. In Wales war es sicher ein bisschen einfacher, da hatten wir mehr Platz. Da (gegen Georgien) braucht es Geduld und du musst die Tore schießen. Das ist nicht geglückt, darum ist man (bei der WM) nicht dabei. Wenn du gewinnen willst, dann musst du Tore schießen, das ist uns nicht gelungen. Sie (die Georgier, Anm.) sind zwar 112. (der Weltrangliste), aber sie sind eine hervorragende Mannschaft.

Angesprochen auf seine Entscheidung über einen möglichen Verbleib als ÖFB-Teamchef sagte der 56-jährige Schweizer: "Ich möchte jetzt ein paar Tage Ruhe geben und Pro und Contra abwägen. Ich weiß auch nicht, was der ÖFB vorhat."

Louis Schaub (Österreichs Torschütze): "Wir sind schon am Ende enttäuscht. Wir wollten wieder etwas gutmachen, das haben wir leider nicht geschafft. Es ist sehr gut gelaufen für mich, dass ich früh das Tor gemacht habe. Das war für die Mannschaft wichtig, aber am Ende war es zu wenig. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Chancen nutzen. Dann hätten wir die beiden Länderspiele mit sechs Punkten beendet, jetzt haben wir einen Punkt."

Moritz Bauer (ÖFB-Teamdebütant): "Die Enttäuschung nach dem Spiel ist da, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Wir haben zwei große Chancen liegen gelassen. Es war ein absolut schönes Erlebnis, aber es wäre noch schöner gewesen, wenn wir es mit einem Sieg hätten krönen können. Ich wurde sehr, sehr gut vom Team aufgenommen, deswegen war es sehr leicht für mich, heute zu beginnen."

Marko Arnautovic (ÖFB-Teamspieler): "Es will einfach nicht sein. Ich denke, dass wir gut agiert haben. Das frühe Gegentor war natürlich Pech, aber wir sind gut zurückgekommen und haben uns viele Chancen erarbeitet. Es ist aber nur eine hineingegangen, das ist zu wenig. Wir dürfen nicht 1:1 gegen Georgien spielen, das tut mir leid. Es gibt kein Spiel in der Gruppe, in dem wir nicht die bessere Mannschaft waren, aber wir haben die Punkte nicht gemacht. Wir wollen jetzt die beiden letzten Spiele noch gewinnen. Wir wollten heute gewinnen, deshalb fühlt sich das wie eine Niederlage an. Es spielt nicht Marcel Koller, wir stehen am Platz, und wir müssen gewinnen. Es liegt nicht am Trainer, er hat uns zur EM mitgenommen, damit was Riesiges geschafft und sich einen großen Respekt in Österreich verschafft."

Vladimir Weiss (georgischer Teamchef): "Das ist ein gutes Ergebnis für uns. Wir sind gut in die erste Hälfte gekommen, haben schnell ein Tor gemacht und dann die Räume gut zugemacht. Wir haben es auch geschafft, Arnautovic Paroli zu bieten, was ansonsten sehr schwierig ist, weil er einer der besten Spieler der Welt ist. Wir konnten ihn aber gut aus dem Spiel nehmen. Nach einer gewissen Zeit haben unsere Kräfte nachgelassen, Österreich hatte viele Chancen. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit unserer taktischen Spielweise und dem Einsatz der Spieler. Österreich hat eine sehr gute Mannschaft mit einem sehr guten Trainer, den ich sehr respektiere. Österreich ist für mich die zweitbeste Mannschaft dieser Gruppe hinter Serbien."

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