Auf Rekordjagd

Herren-Start: Vonn sorgt für Überraschung

Seit Langem will die Speed-Queen die Herren-Abfahrt in Lake Louise bestreiten. Jetzt fiel eine erste Entscheidung.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, will US-Skistar Lindsey Vonn nun noch nicht mit den Herren mitfahren. Das erklärte sie im Vorfeld. Im Rahmen des Kongresses des Weltskiverbandes (FIS) in Costa Navarino am Mittwoch wurde das einstige Anliegen der US-Amerikanerin damit auch schnell abgehakt. Es stand nämlich gar nicht auf der Tagesordnung. 

Zuerst will sie sich darauf konzentrieren, den Rekord an Weltcupsiegen von Ingemar Stenmark zu knacken. Dies erklärte Jesse Hunt, der Nachfolger des Tirolers Patrick Riml als Alpin-Direktor des US-Alpinskiteams. Der Schwede Stenmark hält bei 86, Vonn bei 82 Erfolgen. Vonn hegt schon lange den Wunsch, die Weltcup-Abfahrt der Herren in Lake Louise zu bestreiten.
 

Reichelt blitzte im FIS-Sub-Komitee mit Anträgen ab

 
Auch ÖSV-Star Hannes Reichelt reichte Anträge bei dem Kongress ein, aber blitzte mit all seinen Anträgen beim Sub-Komitee ab. Der Salzburger Reichelt ging vor dem Unterkomitee "Alpiner Ski-Weltcup" engagiert ans Werk. Doch nur wenn ein Vorschlag vom Sub-Komitee positiv behandelt wird, kann er auch dem Weltcupkomitee am Freitag vorgelegt werden. In der Regel werden Vorschläge dort durchgewinkt. So weit kam es aber nicht.
 

Speed-Startreihenfolge

 
Das wichtigste Anliegen von Reichelt war, dass die seit der Saison 2016/17 geltende Speed-Startreihenfolge wieder geändert werden soll. Die Top Ten der Weltrangliste dürfen laut aktuellem Reglement ungerade Nummern von 1 und 19 wählen, womit die Besten der Welt in einem lange auseinandergezogenen Startfeld zu finden sind. Die Athleten forderten, dass die Läufer von 1 bis 30 jede einzelne Nummer von 1 und 30 aussuchen dürfen, das soll vor allem mehr Chancengleichheit schaffen.
 
Mit der Argumentation, dass man eine Startnummernregelung zumindest vier Jahre behalten wolle, kam dieser Antrag nicht zur Abstimmung. Auch nicht wie u.a. jener nach einem höheren Preisgeld oder die Forderung nach einem ausgeglichenen Weltcup-Kalender mit einem gleichen Anteil an Speed- und Technikbewerben.
 

Zwei Punkte offen

 
Zwei von Reichelts geforderten Punkten sind aber offengeblieben bzw. vertagt worden. Der eine betrifft den Wunsch nach einem zusätzlichen Super-G im Rahmen des Garmisch-Weltcups. Chef-Renndirektor Markus Waldner hat aufgrund des ohnehin dichten Jänner-Programms keine rechte Freude damit, will aber das Garmischer Organisationskomitee entscheiden lassen, ob das durchführbar ist.
 
Einen kleinen Sieg in Form einer Vertagung errang Reichelt auch mit seinem Einsatz für die Teilnahme von Speedfahrern an den City Events. Derzeit dürfen daran nur die Top Vier der Gesamtwertung sowie zwölf Slalomfahrer teilnehmen. Die FIS will an einer Lösung arbeiten und das Thema beim Herbst-Kongress Ende September in Zürich behandeln.

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