Comeback in Levi

"Oasch": Hirscher hadert mit dem 2. Lauf

Unser Ski-Held fiel nach Zwischenrang vier weit zurück. Das sagt er dazu:

Alle Augen waren auf Marcel Hirscher gerichtet: 87 Ta­ge nach seinem Knöchelbruch gab der sechsfache Gesamtweltcup-Sieger in Levi sein Comeback. Und jeder fragte sich: Wie gut ist er schon drauf?

Der Salzburger stapelte wie immer tief. "Mir geht es nicht um die Platzierung, sondern darum, unter Wettkampfbedingungen zu bestehen. Wenn ich es in den 2. Durchgang schaffe, wäre das eine super Geschichte", so Hirscher.

Eine Aussage, die ÖSTERREICH-Ski-Experte Franz Klammer ein Lächeln ins ­Gesicht zauberte. "Das nehme ich ihm nicht ab", so unser "Kaiser". "Wenn er sich nicht etwas ausrechnen würde, dann wäre er nicht nach Levi gefahren." Und Hirscher schien ihn zu bestätigen - jedoch nur im ersten Slalom-Durchgang.

"Scharfem Ritt" folgt Rückfall

Dass er nur rund 450 Slalom-Tore in den Beinen hatte, während die Konkurrenten an die 5.000 in der Vorbereitung hinter sich brachten, war ihm kaum anzumerken. Er gab vom ersten Tor an Vollgas, nahm den Übergang deutlich besser als sein Landsmann Michael Matt zuvor und brummte diesem 22 Hundertstel auf.

Nach dem ersten Lauf lag er auf dem überragenden vierten Zwischenrang. Hirscher: "Es ist sensationell gelaufen. Mega." Dem "scharfen Ritt" folgte der Rückfall. Mit einer immer schlechter werdenden Piste hatte der 28-Jährige zu kämpfen.

"Der erste Durchgang war super, nur der zweite war oasch", findet er im ORF-Interview deutliche Worte. Zur Halbzeit meinte er: "Ich merke, dass ich manchmal am Limit bin, ich schwer einschätzen kann, was geht. Je unruhiger es wird, desto schwerer wird es für mich."

"Müssen Kompromiss finden"

Die Befürchtung, die Löcher auf der Ideallinie könnten ihm und dem lädierten Knöchel zusätzlich Probleme bereiten, wurde wahr. "Natürlich habe ich mir mehr erhofft. Jetzt ist die Motivation aber sehr hoch, um schnellstmöglich den Speed zu bekommen, um vorne mitzufahren." Jetzt heißt es hart arbeiten - ohne dabei den Fuß zu überlasten.

Hirscher gibt die Marschroute vor: "Wir müssen den Kompromiss finden, was immer schlecht ist. Trotzdem braucht der Knöchel Zeit, um komplett auszuheilen. Spätestens bis Februar sollte das alles passen."

Trotz der "Watschn" bilanziert er zufrieden: "Es war richtig, hierher zu kommen."

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