Nach Rücktritt

Klitschko: So plant er seine Zukunft

Ex-Champion erklärt Gründe für seinen Rücktritt. Wie geht's nun weiter?

Wladimir Klitschko bereut seine Rücktrittsentscheidung nicht. "Auch weil ich gemerkt habe, dass meine Motivation in einem anderen Bereich liegt", sagte der 41-Jährige der Bild am Sonntag. Der langjährige Dominator des Schwergewichtsboxen betonte: "Ich bin unter meinen Bedingungen zurückgetreten. Ich musste nicht zurücktreten, weil das Schicksal mich an die Wand genagelt hat."

Trotz der Niederlage gegen Anthony Joshua könne er sagen: "Mein Herz und meine Seele haben Frieden gefunden." Selbst das Preisgeld von 20 Millionen Euro habe ihn nicht umstimmen können. "Wenn ich nur für Geld weitergemacht hätte, hätte ich mich selbst betrogen", sagte er. Von seiner Mutter habe er nach dem Rücktritt die Nachricht erhalten: "Gut gemacht!"

2009 habe die Karriere am seidenen Faden gehangen, als er sich im Kampf gegen Ruslan Tschagajew "den langen Bizeps auf der linken Seite" gerissen hatte. Nach zu frühem Trainingsbeginn folgten ein erneuter Riss, eine weitere Operation. Damals, so Klitschko, habe der Arzt gesagt: "Ich habe das gerade noch so hinbekommen."

"Habe das Adrenalin gespürt"

Der Ukrainer berichtete, er habe Ersatz für das Boxen gefunden. Im Mai war er bei einer Konferenz des Softwareunternehmens SAP in Orlando im US-Bundesstaat Florida und habe vor 20.000 Menschen über das Meistern von Herausforderungen gesprochen. "Da war ich aufgeregt, habe das Adrenalin gespürt und zu mir gesagt: 'Wladi, das ist doch gar nicht so schlecht.'"

Seine Motivation liege jetzt in der Herausforderung Management. Darüber hat er ein Buch geschrieben. "Jetzt schlage ich ein neues Kapitel auf", sagte er. "Ich glaube, dass ich die meisten Menschen auf diesem Planeten repräsentiere."

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