Sieg verpasst?

Nach Remis: Geteilte Meinungen bei ÖFB-Team

 Trotz Punkt in Polen: ÖFB-Team trauerte Chance auf mehr nach.

Österreichs Fußball-Nationalteam hat einen weiteren wichtigen Punkt in Richtung EM-Teilnahme erobert. Ob der starken Leistung beim 0:0 am Montag in Polen trauerten einige Akteure aber sogar einem Sieg und der möglichen Tabellenführung nach. Stattdessen gehen die Österreicher als Gruppendritter in die letzten vier Quali-Spiele - und dürfen sich dort wenig bis gar keine Ausrutscher leisten.

"Wir wollten gewinnen, aber der Punkt ist okay - vor allem die Art und Weise, wie wir gespielt haben", erklärte ÖFB-Teamchef Franco Foda. "Die Leistung macht optimistisch." Auch für die beiden anstehenden Schlüsselspiele am 10. Oktober zu Hause gegen Israel und drei Tage später in Slowenien. "Jetzt kommen zwei Finalspiele auf uns zu, darauf freuen wir uns", sagte Foda, der gegen Israel auf ein ausverkauftes Ernst-Happel-Stadion hofft.

"Wir dürfen keinen Zentimeter nachgeben, das sind jetzt alles Spiele auf Augenhöhe", betonte Kapitän Julian Baumgartlinger. Aus den vergangenen vier Spielen gab es zehn Punkte. Eine Partie wie in Polen, in der man lange Zeit dominierte, aber vorne die Tore nicht gelangen, hätte man in der Vergangenheit auch noch verlieren können. "Wir sind schon ein bisschen reifer geworden", meinte Baumgartlinger.

Foda: "Leistung macht optimistisch"

Vom Publikum gab es nach Spielende in Warschau Pfiffe, weil sich die Polen mit ihrer sehr abwartenden Spielweise mitunter von den Österreichern hatten einschnüren lassen. "In Polen dominant zu spielen und sich etwas zu trauen zeigt den Charakter der Mannschaft. Das stimmt mich sehr positiv", erklärte Baumgartlinger, der auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem ÖFB-Debüt sein 70. Länderspiel absolvierte.

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"Arnie" setzte Ball an die Stange

Bereits 83 Einsätze für Österreich hat Marko Arnautovic auf dem Buckel. "Wir können zufrieden sein mit dem Punkt, aber ich denke, wir hätten uns mehr verdient", sagte der Angreifer, der ein Kopfball an die Stange setzte und bei drei weiteren Gelegenheiten glücklos blieb. "Wir hatten genug Chancen - mit ein wenig Glück mache ich vielleicht von vier zwei. Ich bin trotzdem zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Jeder kann auf sich weiterhin stolz sein."

Den späten 3:2-Sieg Sloweniens gegen Israel, durch den die Slowenen in der Tabelle an Österreich vorbeizogen, kommentierte der ÖFB-Star schulterzuckend. "Es interessiert mich nicht, was die anderen Gegner machen. Unsere letzten vier Spiele waren sehr positiv. Wir versuchen es und werden alles dafür tun, im Oktober die zwei Spiele für uns zu entscheiden. Dann denke ich, dass es sehr positiv ausschaut."

Schlüsselspiele gegen Israel und Slowenien

Man dürfe nun nicht nachlassen oder "überheblich agieren", betonte Arnautovic. "Wir müssen einfach weiter daran glauben und alles dafür tun. Dann denke ich, dass wir uns qualifizieren können." Trotz der beiden Auftaktniederlagen zu Hause gegen Polen (0:1) und in Israel (2:4). "Wir haben den Anfang verkackt, deswegen müssen wir aufholen", sagte Verteidiger Aleksandar Dragovic. "Israel wird ein Endspiel wie gegen Slowenien zu Hause."

Das Heimduell mit dem südlichen Nachbarn entschied das ÖFB-Team im Juni in Klagenfurt mit 1:0 für sich. Daher haben die Österreicher die EM-Teilnahme auch nach dem 0:0 in Warschau weiterhin in der eigenen Hand. "Wir hätten das Spiel gewinnen können, vielleicht sollen", meinte Inter-Mailand-Legionär Valentino Lazaro. "Aber es ist alles im grünen Bereich."

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ÖFB-Team hielt das Tempo hoch

Offensivkollege Marcel Sabitzer war weniger angetan, sprach von einer "guten Leistung", aber "keiner Topleistung". Das sei ärgerlich. "Die Polen waren schlagbar, wir haben teilweise zu langsam gespielt." Weniger drastisch formulierte es David Alaba: "Im Großen und Ganzen waren wir die bessere Mannschaft. Wir haben mehrere Chancen herausgespielt, die haben wir liegen gelassen. Da wäre sicher mehr möglich gewesen."

Vor allem in der ersten Hälfte sei die Mannschaft "immer auf dem Gaspedal" gewesen, erklärte Foda. Die Bedenken, dass sie das Tempo nicht durchhalte, zerstreuten sich. Nach Seitenwechsel wurden auch die stets gefährlichen polnischen Konter besser unterbunden. "Die Mannschaft hat gelernt. Wir haben in der Defensive Stabilität gezeigt. Es war ein sehr dominantes Auftreten", sagte der Teamchef. Ein Punkt in Polen sei okay. "Aber wir hätten gewinnen können."

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