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Kitz-Finale

Schwarz rast bei Slalom-Krimi auf Platz zwei

Marco Schwarz wird zum Abschluss des Kitz-Wochenendes Zweiter beim Slalom am Ganslernhang.

Marco Schwarz ist dem ersten Weltcupsieg nach seinem Kreuzbandriss wieder eine Position nähergekommen. Der Kärntner landete am Sonntag im Slalom von Kitzbühel hinter dem Schweizer Daniel Yule an der zweiten Position, heuer war er bereits Dritter in Adelboden gewesen. Auf Rang drei fuhr Vorjahressieger Clement Noel vor Überraschungs-Mann Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen aus Norwegen.

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"Mega! Beim Heimrennen in Führung zu gehen, ist unglaublich. Ich wollte das gewinnen, ich habe voll attackiert, ich freue mich mega über den zweiten Platz", sagte Schwarz, der erstmals in Kitzbühel auf dem Podest stand. Er hatte gerade einmal 12/100 Sekunden Rückstand. "Man will immer abliefern beim Heimweltcup. Das Gefühl und die schnellen Schwünge sind wieder da." Erst elf Monate ist sein Kreuzbandriss her.

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Es war der erste Sieg für einen Schweizer Slalomläufer in Kitzbühel seit Dumeng Giovanoli 1968, er kassierte dafür das im Rahmen des 80er-Jubiläums der Hahnenkammrennen ausgelobte, einmalige 100.000 Euro-Preisgeld. "In Kitzbühel zu gewinnen, ist der Wahnsinn", jubelte der 26-Jährige, der sich freute, dass er langsam die Schweizer Rekorde auf den Kopf stellt. In Adelboden hatte er seinen dritten Weltcup-Erfolg gefeiert, so viele hatte im Slalom noch kein Schweizer vor ihm erreicht - nun hält er bereits bei vier.

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Matt mischt wieder vorne mit

Michael Matt fiel im Finale zwar von drei auf sechs zurück, durfte sich nach den Ausfällen und Patzern in den vergangenen Rennen aber auf dem wieder richtigen Weg wähnen. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, bis zur letzten Zwischenzeit war ich fast ganz vorne mit dabei. Das ist sehr positiv. Wenn ich die letzten zehn Tore noch gescheit gefahren wäre, hätte es auch für ein Podest gereicht." Der Tiroler nahm das letzte Risiko nicht, weil er ein gutes Ergebnis im Ziel haben wollte. In Schladming werde er wieder voll angreifen.

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Der Überraschungsmann aus österreichischer Sicht war der Kärntner Adrian Pertl, der sich mit Laufbestzeit von 24 auf acht verbesserte. Er kam damit in seinem erst fünften Weltcup-Slalom erstmals in die Punkteränge, und das ausgerechnet auf dem schwierigen Ganslernhang. "Unglaublich! Der Lauf war okay, aber vom Gefühl her nicht wirklich gut. Ich war überrascht, dass ich so lange in der Führungsposition sitzen durfte", sagte der 23-Jährige aus Reichenau. Es sei in den vergangenen Rennen schon recht knapp gewesen, nun sei es sich endlich mit der Finalqualifikation ausgegangen.

Manuel Feller hatte im ersten Lauf einen Übergang nicht optimal erwischt, das Bessermachen klappte im zweiten Versuch nicht ganz, er wurde 13. "Ich bin ich auf 110 Prozent in den zweiten Durchgang gegangen. Wer da jetzt zufrieden ist, ist kein Rennfahrer. Ich habe alles gegeben, wie es ausschaut, bin ich momentan einfach nicht viel schneller." Er habe gedacht, dass ein Top-Ten-Ergebnis drinnen sei. "Ich haue alles rein, lieber liege ich auf der Gosche, als dass ich 15., 20. werde. Und dann schwingst du unten ab, das ist ungefähr so, wie wenn dir der Klitschko in die Fresse haut", beschrieb der Tiroler sein Innenleben.

Slalom-Krimi lieferte einige Überraschungen

Fabio Gstrein landete auf Platz 16 und rundete ein mannschaftlich starkes rot-weiß-rotes Ergebnis ab. "Ich habe wieder ein paar Punkte mitgenommen. Zufrieden bin ich nicht ganz, aber es war eine Okay-Leistung", sagte er. Marc Digruber schied im zweiten Durchgang aus.

Es war wieder einmal ein Rennen, in dem auch für hohe Nummern vieles möglich war. Schwarz hatte dies wegen der "gewaltigen Piste" angekündigt. Lucas Pinheiro Braathen übernahm beispielsweise mit Startnummer 34 die Halbzeitführung. "Ich kann es nicht glauben, ich bin so glücklich", sagte der Sohn einer Brasilianerin und eines Norwegers, der in diesem Winter schon im Slalom (6. Zagreb), Riesentorlauf (6., 8.) und Parallel-Riesentorlauf (5.) aufgezeigt hatte.

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Der Deutsche Anton Tremmel fuhr im ersten Lauf mit 50 auf Platz sieben (am Ende 18.), der Norweger Atle Lie McGrath mit 66 auf 22 (wurde 22.) und Pertl mit 73 auf 24. Insgesamt kamen elf Läufer mit Nummern über 30 in die Entscheidung, für die man sich nur 1,40 Sekunden Rückstand erlauben hatte dürfen. Von den Österreichern nicht geschafft hatten es Johannes Strolz (34.) und Mathias Graf (45).

Österreicher standen damit in allen drei Kitz-Rennen auf dem Podest. Im Super-G zum Auftakt war Matthias Mayer Zweiter geworden, der dann auch die Abfahrt vor Vincent Kriechmayr gewann. Der Franzose Alexis Pinturault schied im Slalom-Finale aus, Kristoffersen übernahm die Führung im Gesamtweltcup mit 41 Punkten Vorsprung auf seinen Landsmann Aleksander Aamodt Kilde und 49 auf Mayer. Im Disziplinweltcup führt Kristoffersen 17 Zähler vor Yule, Schwarz ist Fünfter.

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